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Exploration
Adventure

Kamila Kielar

Zu Fuß, per Fahrrad, im Kajak. Meistens allein, irgendwo am Rand der Welt – je kälter, desto besser. Kamila Kielar sucht sich unkonventionelle Ziele und Herausforderungen, um nach der Rückkehr denen eine Stimme zu geben, die vergessen wurden. Als Trägerin renommierter Reiseauszeichnungen – des Kolos und des National Geographic Traveler – feiert sie jedes Projekt mit einem Glas… LYO Mango Lassi.

Ausgewählte Leistungen

Pacific Northwest Trail

Durchquerung des schwierigsten Fernwanderwegs der USA (2.300 km)

2024

Continental Divide Trail

5.000 km durch die Rocky Mountains / Mexiko–Kanada

2023

“Drzazgi Świata"

Kamilas Podcast erreicht die Top 1% der meistgeteilten Podcasts weltweit / Spotify

2022

Auszeichnungen

Kolos und NG Traveler of the Year für eine Kajakexpedition durch British Columbia

2018-2019

Auf der Suche nach Bären

Solokajakexpedition auf der Suche nach den seltensten Bären der Welt / Kanada

2018

Pacific Crest Trail

4.700 km durch die Gebirge des westlichen Amerika / Mexiko–Kanada

2017

Staffelexpedition

Leitung einer Etappe einer Radstaffel von Polen nach Japan / Iran, Turkmenistan

2016

Yukon im Winter

Radfahren und Skilanglauf durch den Yukon im Winter / Kanada

2015

Kamtschatka solo per Rad

Soloradtour durch Kamtschatka / Russland

2013

Alaska solo per Rad

Soloradtour durch Alaska / USA

2012

Wie würdest du deine Beziehung zur Natur beschreiben?

Als die denkbar engste – zärtlich, aufmerksam und suchtmachend.

Was würde Mutter Natur uns Menschen sagen, wenn sie sprechen könnte?

Reißt euch zusammen. Sofort.

Welches Expeditionserlebnis hat dich als Mensch am meisten geprägt?

Ich glaube, es war die Teilnahme an einer Radstaffel, die die Route von Kazimierz Nowak durch Afrika nachfuhr (2009–2011). Erstens gab sie mir den Anstoß, dass man ein Fahrrad auch ans Ende der Welt mitnehmen kann – und nur wenige Monate später radelte ich bereits solo durch mein Traumziel Alaska. Zweitens nahmen an dem Projekt Dutzende von Enthusiasten teil – Menschen, die nicht an gewöhnlichen Reisen, sondern an echter Erkundung und großen Expeditionsprojekten interessiert waren – was das Fundament meiner Reisewelt legte und meine Ambitionen auf ein neues Niveau hob. Drittens basierte das Projekt auf der Idee, in den Fußstapfen des vergessenen polnischen Reisenden Kazimierz Nowak zu wandeln, um ihn dem kollektiven Gedächtnis zurückzugeben. Damals verstand ich, dass ich von meinen Reisen mehr erwarte als das bloße Abhaken von Orten – dass das Reisen nur ein Vorwand sein sollte, um über wichtige Dinge zu sprechen. Viertens fand das Projekt in meinen frühen Zwanzigern statt, als ich meinen Expeditionsweg gerade erst fand, weshalb all das einen umso stärkeren und nachhaltigeren Eindruck hinterließ.

Welche grundlegenden Eigenschaften sollte dein Reisebegleiter haben?

In den meisten Fällen reise ich solo – und genieße das wirklich! Wenn ich aber doch mit jemandem unterwegs bin, muss diese Person außergewöhnlich, interessant und klaglos sein. Bei anspruchsvolleren Projekten sollte sie aus Sicherheitsgründen auch ein ähnliches Kompetenzniveau mitbringen und – ganz entscheidend – in Krisensituationen die Ruhe bewahren können.

Welches LYO-Produkt kannst du dir auf Expeditionen nicht mehr wegdenken?

Mango Lassi, hundertprozentig!
Es ist ein riesiger Motivationsschub und eine echte Belohnung – ein Moment purer, kompromissloser Freude. Ich hebe es mir immer für das Ende eines Projekts auf und feiere damit! Denn Essen ist nicht nur Energie tanken – es ist das Feiern von Geschmack!

Was würdest du machen, wenn du nicht das tätest, was du tust?

Ich wäre Meeresbiologin.

Warum also Reisen und Entdecken?

Weil es seit meiner Kindheit das Natürlichste in meinem Leben war – zunächst in Form von ganzen Ferien im Zelt, im Wald, in den Bergen und auf Kajaktouren; später immer weiter weg, immer länger, und meist in kältere Gefilde. Während meines Studiums verbrachte ich mehr Zeit auf Reisen als in Hörsälen (wobei meine Journalistikprofessoren ein Auge zudrückten, weil ich Reportagen mitbrachte). Das alles fühlte sich so selbstverständlich an, dass ich lange gar nicht merkte, dass man das als Expeditionen bezeichnen könnte – ich erinnere mich noch gut an das Gesicht einer Freundin, als ich versuchte zu erklären, dass mehrere Monate allein in Alaska, per Rad und mit Zelt, für mich einfach Urlaub war und jeder so etwas macht – keine „Expedition". Ich tue also schlicht das, was mir schon immer am natürlichsten kam – und was mich schon immer glücklich gemacht hat.

Darüber hinaus glaube ich heute, angesichts dessen, was in der Welt geschieht und wegschauen unmöglich ist, dass ich mit dem Privileg, so zu leben und zu reisen, auch eine Verantwortung trage: Geschichten in der Stimme derer zu erzählen, die oft keine haben – lokale Gemeinschaften, die Natur, Minderheiten; Orte, über die in den Medien nicht berichtet wird, mit all ihren Herausforderungen und Kämpfen. (Vielleicht habe ich trotz all der Fehlstunden doch etwas aus meinem Journalistikstudium mitgenommen…). Heute ist ein Expeditionsbericht – den ich später als Artikel, Podcast oder Vortrag veröffentliche – der wichtigste und kraftvollste Wert, den ich besitze und weitergeben kann. Und genau deshalb bringe ich weiterhin Geschichten vom Ende der Welt mit.